Ein Brautstrauß ist das einzige Accessoire, das du fast den ganzen Tag in der Hand hältst: beim Einzug, beim Jawort, auf nahezu jedem Foto. Deshalb lohnt es sich, ihn nicht nebenbei auszusuchen. Form, Blumen und Größe sollten zu deinem Kleid, zur Jahreszeit und zu dir passen, und er muss Stunden ohne Wasser überstehen. Hier bekommst du die Grundlagen, mit denen du gut vorbereitet ins Gespräch mit deiner Floristin gehst.
Brautstrauß: Welche Formen gibt es?
Die Form bestimmt, wie der Strauß wirkt und wie du ihn hältst. Sie ist deshalb die erste Entscheidung, noch vor der Blumenauswahl. Ein guter Ausgangspunkt ist die Silhouette deines Kleides: Je schlichter das Kleid, desto mehr darf der Strauß auffallen, und umgekehrt.
Runder Strauß und Biedermeier
Der runde Strauß ist der Klassiker. Die Blüten sitzen dicht an dicht und bilden eine gleichmäßige Kuppel. Die Biedermeier-Variante ist besonders kompakt und streng gebunden, oft in Ringen aus einer Farbe. Rund gebundene Brautsträuße passen zu fast jedem Kleid und lassen sich bequem mit einer Hand halten.
Wasserfall- und Kaskadenstrauß
Beim Wasserfallstrauß fließen Blüten und Ranken nach unten, manchmal bis über die Knie. Er wirkt opulent und festlich und braucht ein Kleid, das ihm Raum lässt, etwa einen klaren A-Linien-Schnitt oder ein schlichtes Etuikleid. Zu einem voluminösen Prinzessinnenkleid kann er schnell zu viel werden. Weil die Konstruktion aufwendig ist, gehört er zu den teureren Varianten.
Locker gebunden, Wiesenstrauß und Armstrauß
Locker gebundene Sträuße wirken, als hätte jemand die Blumen gerade im Garten geschnitten. Gräser, Zweige und unterschiedliche Stiellängen sind gewollt. Diese Form passt zu Gartenfesten, Scheunenhochzeiten und Boho-Kleidern. Der Armstrauß wird dagegen in die Armbeuge gelegt und besteht oft aus langstieligen Calla oder Rosen. Er wirkt grafisch und modern, besonders zu einem minimalistischen Kleid.
- Rund oder Biedermeier: klassisch, kompakt, passt zu fast jedem Stil
- Wasserfall: festlich und auffällig, braucht ein ruhiges Kleid
- Locker gebunden: natürlich, ideal für Garten, Scheune und Boho
- Armstrauß: grafisch, elegant, gut für Standesamt und moderne Looks
- Mini-Strauß: klein und leicht, schön für kurze Kleider und Jumpsuits
Wenn du dich noch nicht entschieden hast, welchen Stil dein Kleid haben soll, hilft ein Blick auf die aktuellen Brautkleid-Trends für 2027. Klare Linien und weiche Stoffe lassen gerade lockeren und gebundenen Straußformen viel Raum.
Blumen für den Brautstrauß nach Saison
Saisonale Blumen haben drei Vorteile: Sie sind frischer, oft günstiger und haben einen kürzeren Transportweg hinter sich. Viele Sorten bekommst du dank Import zwar fast das ganze Jahr, doch Qualität und Preis schwanken stark. Frag deine Floristin deshalb früh, was zu deinem Termin regional verfügbar ist.
| Jahreszeit | Typische Blumen | Wirkung |
|---|---|---|
| Frühling (März bis Mai) | Tulpen, Ranunkeln, Anemonen, Narzissen, Flieder, Maiglöckchen | frisch, zart, hell |
| Frühsommer (Mai bis Juni) | Pfingstrosen, Wicken, Rittersporn, Kornblumen, Schleierkraut | romantisch, üppig |
| Hochsommer (Juli bis August) | Freilandrosen, Hortensien, Lavendel, Sonnenblumen, Kamille | sonnig, natürlich |
| Herbst (September bis November) | Dahlien, Astern, Chrysanthemen, Hagebutten, Gräser | warm, kräftig, texturreich |
| Winter (Dezember bis Februar) | Amaryllis, Christrosen, Calla, Ilex, Eukalyptus, Tannengrün | edel, klar, festlich |
Pfingstrosen sind das beste Beispiel für die Macht der Saison. Im Mai und Juni sind sie in Fülle verfügbar, außerhalb dieser Wochen werden sie knapp und deutlich teurer. Wer im Herbst heiratet, findet in Dahlien eine ähnlich üppige Alternative. Ideen für die passende Farbwelt im Herbst sammelt unser Beitrag zur Herbsthochzeit.
Ganzjährige Blumen und Grün
Rosen, Calla, Nelken, Schleierkraut und Eukalyptus sind im Handel praktisch immer erhältlich. Sie bilden oft das Gerüst eines Straußes, während saisonale Blumen die Akzente setzen. Viele dieser Rosen stammen aus Kenia, Ecuador oder Äthiopien. Achte bei Importware auf faire Herkunft: Laut Fairtrade wurden 2025 in Deutschland 465 Millionen fair gehandelte Rosenstiele verkauft, und die Plantagen erhalten für ihre Beschäftigten eine Prämie von zehn Prozent des Verkaufspreises.
Vorsicht bei giftigen Blumen
Manche Blumen sind schön, aber nicht harmlos. Maiglöckchen etwa enthalten vor allem in Blüten, Samen und jungen Blättern Digitalisglykoside, wie die Informationszentrale gegen Vergiftungen Bonn erklärt. Für den Strauß der Braut ist das unproblematisch. Bei Streublumen für Kinder oder bei Tischdeko, an die Kleinkinder herankommen, solltest du aber auf solche Sorten verzichten.

Wie viel kostet ein Brautstrauß?
Ein Brautstrauß von einer Floristin kostet als Richtwert meist zwischen 80 und 200 Euro. Aufwendige Formen wie ein Wasserfallstrauß oder viele Premiumblumen außerhalb der Saison können auch 200 bis 350 Euro und mehr kosten. Die Preise schwanken je nach Region, Saison und Arbeitsaufwand deutlich.
- Blumenwahl: Saisonware ist günstiger, Pfingstrosen im Winter oder Orchideen treiben den Preis.
- Größe und Form: Kaskaden und üppige Sträuße brauchen mehr Stiele und mehr Arbeitszeit.
- Technik: Gesteckte oder gedrahtete Sträuße sind aufwendiger als handgebundene.
- Termin: Rund um Valentinstag und Muttertag steigen die Einkaufspreise für Rosen.
- Zusatzleistungen: Lieferung, Wurfstrauß und passende Anstecker kommen oft extra dazu.
Plane den Brautstrauß nicht isoliert, sondern als Teil der gesamten Floristik. Anstecker für Bräutigam und Trauzeugen, Sträuße für Brautjungfern, Tischdeko und Kirchenschmuck summieren sich schnell. Für kleine Sträuße der Brautjungfern oder Blumen für die Familie liegen Richtwerte bei etwa 20 bis 80 Euro pro Stück. Wie sich die Floristik ins Gesamtbudget einfügt, zeigt unser Überblick zu den Kosten einer Hochzeit.
Sparen, ohne dass es nach Sparen aussieht
- Setze auf zwei oder drei Sorten in Saison statt auf viele verschiedene Blumen.
- Nutze mehr Grün, etwa Eukalyptus, Olivenzweige oder Gräser, als Volumengeber.
- Lass den Strauß nach der Trauung als Tischdeko für den Brauttisch weiterarbeiten.
- Verzichte auf einen separaten Wurfstrauß, wenn dir die Tradition nicht wichtig ist.
Den Brautstrauß auf Kleid, Typ und Location abstimmen
Der Strauß soll dich ergänzen, nicht verdecken. Als Erfahrungswert gilt: Bei zierlicher Statur wirken kleinere, kompakte Sträuße harmonischer, große Personen können auch ausladende Formen tragen. Halte den Strauß beim Probefoto locker auf Hüfthöhe, nicht vor der Brust. So bleiben Taille und Details des Kleides sichtbar.
Farben und Stoffe
Ein reinweißes Kleid wirkt neben cremefarbenen Blüten schnell gelblich, ein ivoryfarbenes Kleid neben strahlend weißen Rosen etwas grau. Nimm deshalb ein Stoffmuster deines Kleides zum Termin bei der Floristin mit. Bei Spitze oder Stickerei darf der Strauß ruhiger sein, bei glattem Crêpe oder Satin verträgt er mehr Struktur.
Abstimmung mit Bräutigam und Brautjungfern
Traditionell besorgt der Bräutigam den Strauß und überrascht die Braut damit. Heute sucht die Braut ihn meist selbst aus, und der Bräutigam trägt einen passenden Anstecker aus einer Blüte des Straußes. Wie Ansteckblume und Anzug zusammenspielen, liest du in unserem Ratgeber zum Hochzeitsanzug für Herren. Die Brautsträuße deiner Begleiterinnen sind meist kleiner und greifen Farben oder einzelne Blumen auf, passend zu den Brautjungfernkleidern.
Location und Wetter
Für eine Sommerhochzeit im Freien sind robuste Sorten wie Rosen, Nelken, Chrysanthemen oder Eukalyptus sicherer als empfindliche Hortensien oder Wicken, die bei Hitze schnell schlappmachen. In einer festlichen Kirche oder einem Schloss wirken klassische Formen stimmig, in einer Scheune oder im Garten eher locker gebundene Sträuße. Sprich den Rahmen deiner Feier im Beratungsgespräch offen an.
Zeitplan: Wann solltest du die Floristin buchen?
Gute Floristinnen sind an Samstagen in der Hauptsaison früh ausgebucht. Als Erfahrungswert lohnt sich die erste Anfrage sechs bis neun Monate vor der Hochzeit, sobald Kleid und Farbkonzept grob feststehen. Bringe zum Gespräch Fotos von Kleid, Location und Lieblingssträußen mit, aber auch Bilder von Sträußen, die dir nicht gefallen.
- 6 bis 9 Monate vorher: Floristin anfragen, Stil und Budget besprechen
- 3 bis 4 Monate vorher: Angebot mit Blumenliste, Mengen und Lieferzeit bestätigen
- 4 bis 6 Wochen vorher: Details final abstimmen, Ersatzblumen bei Ausfall festlegen
- Am Vortag oder Morgen: Strauß abholen oder liefern lassen
Brautstrauß frisch halten und trocknen
Ein frisch gebundener Strauß übersteht den Tag gut, wenn du ihm zwischendurch Wasser gönnst. Stelle ihn bis zur Trauung kühl und schattig in eine Vase, nicht in die pralle Sonne oder ins heiße Auto. Zwischen Trauung, Fotos und Essen darf er ebenfalls wieder ins Wasser. Bitte eine Trauzeugin oder einen Trauzeugen, dafür eine Vase bereitzuhalten.
Wickel die Stiele am Griff mit einem Band, das zum Kleid passt. Das sieht schön aus und schützt den Stoff vor feuchten Stielen. Frag deine Floristin außerdem, ob die Stiele unten versiegelt sind, damit nichts auf das Kleid tropft.
Methoden zum Trocknen
Viele Paare möchten den Strauß als Erinnerung behalten. Je früher du nach der Hochzeit anfängst, desto besser bleiben Farben und Formen erhalten.
- Lufttrocknung: Den Strauß kopfüber an einem dunklen, trockenen und luftigen Ort aufhängen. Nach etwa zwei bis drei Wochen ist er durchgetrocknet.
- Trockensalz oder Silicagel: Einzelne Blüten in feinem Trocknungsgranulat lagern. Die Form bleibt besonders gut erhalten.
- Pressen: Einzelne Blüten zwischen Löschpapier in einem schweren Buch pressen und später rahmen.
- Professionelle Konservierung: Manche Ateliers gießen Blüten in Kunstharz oder rahmen sie. Preise und Wartezeiten schwanken stark, frag vorher nach.
Rosen, Lavendel, Schleierkraut, Eukalyptus und Gräser trocknen besonders gut. Pfingstrosen und Ranunkeln gelingen mit etwas Übung, sehr wasserreiche Blumen wie Tulpen oder Calla verlieren beim Trocknen oft die Form.

Brautstraußwerfen und Alternativen
Beim Brautstraußwerfen wirft die Braut den Strauß rückwärts über die Schulter in die Gruppe der unverheirateten Gäste. Wer ihn fängt, heiratet als Nächstes, so der Brauch. Wer den eigenen Strauß behalten möchte, lässt sich einen kleineren Wurfstrauß binden. Plane das Werfen dann ein, wenn alle Gäste da sind, etwa nach dem Eröffnungstanz, und sprich den Moment mit dem Fotografen ab.
Nicht jede Braut mag den Brauch, weil er Singles ungewollt ins Rampenlicht stellt. Schöne Alternativen sind das Verschenken des Straußes an das Paar, das am längsten verheiratet ist, oder an eine Person, die dir besonders viel bedeutet. Den Strauß an ein Grab zu bringen, ist eine stille Geste für Angehörige, die nicht mehr dabei sein können.
Fazit: Der Brautstrauß als Teil des Gesamtbilds
Der beste Brautstrauß entsteht, wenn du zuerst Form und Kleid aufeinander abstimmst und dann die Blumen nach Saison auswählst. So bekommst du frische Ware zu fairen Preisen und einen Strauß, der den Tag übersteht. Plane ihn gemeinsam mit Anstecker, Brautjungfernsträußen und Tischdeko mit saisonalen Blumen, dann wirkt alles wie aus einem Guss.
Häufige Fragen zum Brautstrauß
Wer bezahlt traditionell den Brautstrauß?
Nach alter Tradition besorgt und bezahlt der Bräutigam den Strauß und überreicht ihn der Braut kurz vor der Trauung. Heute entscheiden die meisten Paare gemeinsam und zahlen ihn aus dem Hochzeitsbudget. Wichtiger als die Frage, wer zahlt, ist die rechtzeitige Absprache mit der Floristin über Stil, Blumen und Lieferung.
Wie lange hält ein Brautstrauß ohne Wasser?
Ein frischer, gut gebundener Strauß hält einige Stunden ohne Wasser durch, robuste Sorten wie Rosen oder Eukalyptus länger als empfindliche Hortensien. Stell ihn deshalb bis zur Trauung und in Pausen in eine Vase mit kühlem Wasser. Hitze und direkte Sonne verkürzen die Haltbarkeit deutlich, gerade bei Sommerhochzeiten im Freien.
Wann sollte man den Brautstrauß bestellen?
Als Richtwert solltest du sechs bis neun Monate vor der Hochzeit eine Floristin anfragen, in der Hauptsaison eher früher. Die genaue Blumenliste stimmt ihr etwa drei bis vier Monate vorher ab, letzte Details vier bis sechs Wochen vor dem Termin. So bleibt Zeit, saisonale Blumen zu sichern und Ersatz einzuplanen.
Welche Blumen eignen sich für einen Brautstrauß im Sommer?
Im Frühsommer sind Pfingstrosen, Wicken und Rittersporn beliebt, im Hochsommer Freilandrosen, Lavendel, Kamille und Sonnenblumen. Für heiße Tage und Trauungen im Freien sind robuste Blumen wie Rosen, Nelken oder Chrysanthemen die sichere Wahl. Hortensien sehen üppig aus, brauchen aber regelmäßig Wasser, sonst lassen sie schnell die Köpfe hängen.
Was macht man nach der Hochzeit mit dem Brautstrauß?
Viele Bräute trocknen ihn, indem sie ihn kopfüber an einem dunklen, trockenen Ort aufhängen, was etwa zwei bis drei Wochen dauert. Alternativ kannst du einzelne Blüten pressen und rahmen oder professionell konservieren lassen. Wer ihn nicht behalten möchte, verschenkt ihn an eine besondere Person oder bringt ihn an ein Grab.
Über die Autorin / den Autor
Leonie verantwortet die Brautmode. Sie besucht Ateliers und Anproben und erklärt, welche Schnitte, Stoffe und Accessoires zu welchem Typ und welcher Feier passen – vom Kleid bis zum Anzug.