Brautmode

10 Min.

Brautjungfernkleider: Farben, Schnitte, Mix & Match

Gleiche Farbe, verschiedene Schnitte oder ein Farbverlauf: So findest du Kleider, in denen sich alle deine Begleiterinnen wohlfühlen.

LH

Leonie Hartmann

20. Oktober 2026

Brautjungfernkleider in Salbeigrün und verschiedenen Schnitten bei einer Gartenhochzeit

Fünf Frauen, fünf Figuren, fünf Budgets und ein Farbkonzept: Wer Brautjungfernkleider aussucht, merkt schnell, dass es um mehr geht als um einen hübschen Farbton. Die Kleider prägen eure Fotos, sollen zu deinem Brautkleid passen und dürfen niemanden finanziell oder optisch überfordern. Mit einem klaren Rahmen und etwas Spielraum für jede Einzelne findest du eine Lösung, die alle gern tragen.

Brautjungfernkleider: Welche Rolle spielen sie heute?

Bekannt geworden sind Brautjungfern vor allem durch Hochzeiten in Großbritannien und den USA, inzwischen sind sie auch in Deutschland längst angekommen. Oft übernimmt die Trauzeugin die Rolle der ersten Brautjungfer, dazu kommen Schwestern oder enge Freundinnen. Welche Aufgaben sie übernehmen und wie sie sich mit dem Trauzeugen abstimmen, liest du in unserem Beitrag zu den Aufgaben von Trauzeuge und Trauzeugin.

Optisch erfüllen die Kleider zwei Aufgaben. Sie rahmen die Braut ein, ohne mit ihr zu konkurrieren, und sie tragen das Farbkonzept der Hochzeit in die Bilder. Deshalb lohnt es sich, Farbe und Stil früh mit Floristik, Deko und dem Anzug des Bräutigams abzustimmen.

Farben für Brautjungfernkleider finden

Die Farbe ist die wichtigste Entscheidung, weil sie alle Kleider verbindet. Starte mit dem Farbkonzept eurer Hochzeit und der Jahreszeit, nicht mit einem einzelnen Kleid, das dir online gefallen hat.

Farben nach Jahreszeit

  • Frühling: Pastelltöne wie Flieder, Puderrosa, Hellblau oder Mint wirken frisch und leicht.
  • Sommer: Salbeigrün, Pfirsich, Koralle oder ein helles Gelb passen zu Garten und Strand.
  • Herbst: Terrakotta, Rost, Senf, Bordeaux oder Olivgrün greifen die Farben der Natur auf.
  • Winter: Dunkelgrün, Nachtblau, Burgunder oder Champagner wirken edel und festlich.

Welche Farben allen stehen

Nicht jede Farbe steht jedem Hautton. Gedeckte, leicht gebrochene Töne wie Salbei, Altrosa, Taupe oder Staubblau sind für die meisten Frauen unkompliziert. Kräftige Farben wie Neongelb oder sehr kaltes Pink sind dagegen riskanter. Wenn du unsicher bist, lass deine Brautjungfern Stoffproben vor dem Gesicht halten und mach ein Foto bei Tageslicht.

Farben, die du meiden solltest

Weiß, Ivory und sehr helles Creme bleiben der Braut vorbehalten. Auch Schwarz ist umstritten: In festlichen Abendkonzepten kann es elegant wirken, bei einer Sommerhochzeit im Garten aber schwer. Achte außerdem darauf, dass die Farbe nicht exakt dem Ton deines Brautstraußes entspricht, sonst verschwimmen die Blumen vor den Kleidern auf den Fotos.

Schnitte, die zu verschiedenen Figuren passen

Ein Schnitt, der der einen schmeichelt, kann bei der anderen unvorteilhaft sitzen. Deshalb ist es klug, beim Schnitt Spielraum zu lassen. Die folgenden Formen haben sich als besonders vielseitig bewährt.

SchnittWirkungPasst besonders zu
A-Linieschmal oben, ausgestellt untenfast allen Figuren
Wickelkleidbetont die Taille, flexibel in der Weitekurvigen Figuren
EmpireTaille direkt unter der BrustSchwangeren, schmalen Figuren
Neckholderbetont Schultern und Armesportlichen Figuren
Off-Shoulderromantisch, zeigt Schlüsselbeinschmalen Schultern
Jumpsuitmodern, bequem zum Tanzenallen, die keine Kleider mögen

Bei der Länge gilt: Bodenlange Kleider wirken festlich und passen zu Abendhochzeiten oder Schlossfeiern. Midi-Längen sind bei Gartenhochzeiten und im Standesamt praktisch, weil niemand auf den Saum tritt. Wichtig ist, dass die Brautjungfernkleider zur Länge deines Brautkleides passen und es nicht überstrahlen.

Stoffe und Tragekomfort

Chiffon und Georgette fallen leicht und knittern wenig, ideal für Sommer und lange Feiern. Satin glänzt edel, zeigt aber jeden Schweißfleck und jede Falte. Crêpe ist matt und modern, Tüll wirkt verspielt. Denk daran, dass Brautjungfern zehn Stunden oder länger in ihrem Kleid stehen, sitzen, tanzen und vielleicht Kinder tragen. Atmungsaktive Stoffe und ein Kleid, unter dem ein normaler BH Platz hat, sind Gold wert.

Brautjungfernkleider im Mix-and-Match-Stil mit Farbverlauf von Rosé bis Altrosa
Mix & Match: gleiche Farbfamilie, jede trägt den Schnitt, der ihr steht.

Mix & Match: So gelingt der Look

Mix & Match heißt: Die Kleider sind nicht identisch, wirken aber zusammen wie eine Einheit. Das nimmt Druck, weil jede ein Kleid wählen kann, das ihr steht und in ihr Budget passt. Damit es nicht zufällig aussieht, braucht es eine klare gemeinsame Klammer.

  • Gleiche Farbe, verschiedene Schnitte: Der einfachste Einstieg. Jede wählt ihren Schnitt, die Farbe ist festgelegt.
  • Gleicher Schnitt, verschiedene Farben: Alle tragen dasselbe Modell in abgestimmten Tönen derselben Farbfamilie.
  • Farbverlauf: Die Töne werden von hell nach dunkel abgestuft, etwa von Puderrosa bis Beere.
  • Gleicher Stoff, freie Wahl: Alle Kleider sind aus Chiffon oder Satin, Farben und Schnitte variieren innerhalb einer Palette.
  • Muster als Akzent: Eine Brautjungfer, oft die Trauzeugin, trägt ein Blumenmuster, die anderen Unifarben.

Gib bei Mix & Match eine konkrete Vorgabe: zwei oder drei Farbtöne als Stoffprobe oder Farbcode, eine Länge und eine Stoffart. Lass dir die ausgewählten Kleider vor der Bestellung als Foto schicken. So vermeidest du, dass ein Modell in einem ganz anderen Grün auftaucht.

Wer zahlt die Brautjungfernkleider?

Für Brautjungfernkleider gibt es in Deutschland keine feste Regel, wer sie bezahlt. In der angelsächsischen Tradition zahlen die Brautjungfern ihr Kleid meist selbst. Wünscht die Braut ein bestimmtes Modell, ist es fair, dass sie ganz oder teilweise zahlt. Entscheidend ist eine offene Absprache, bevor bestellt wird.

  1. Budget früh nennen: Frag deine Brautjungfern, welcher Betrag für sie realistisch ist.
  2. Modell vorgeben oder freigeben: Je strenger die Vorgabe, desto eher solltest du dich beteiligen.
  3. Zuschuss anbieten: Ein fester Betrag pro Person ist eine faire Lösung.
  4. Wiedertragbarkeit beachten: Kleider, die man später zu anderen Anlässen tragen kann, sind leichter zu rechtfertigen.
  5. Nebenkosten bedenken: Änderungsschneiderei, Schuhe, Haare und Make-up kommen hinzu.

Preislich ist die Spanne groß. Als Erfahrungswert liegen Kleider aus dem Handel häufig zwischen 80 und 250 Euro, Modelle aus dem Brautmodengeschäft oder von Designerlabels auch darüber. Die Preise schwanken regional und je nach Stoff. Plane zusätzlich Kosten für Änderungen ein. Wie sich Outfits in euer Gesamtbudget einordnen, zeigt unser Ratgeber zu den Kosten einer Hochzeit.

Wenn du Haare und Make-up für alle buchst, ist es üblich, dass die Braut das übernimmt. Auch ein kleines Dankeschön, etwa der passende Schmuck oder der Strauß, ist eine schöne Geste. Wichtig ist, dass sich niemand zu Ausgaben gedrängt fühlt, die er sich nicht leisten kann.

Brautjungfernkleider bestellen: Zeitplan und Rückgabe

Mit sechs Monaten Vorlauf bist du entspannt unterwegs. Kleider aus dem Fachhandel haben oft Lieferzeiten von mehreren Wochen bis Monaten, dazu kommen Änderungen. Als Faustregel gilt:

  • 6 bis 8 Monate vorher: Farbkonzept festlegen, Budget mit allen klären
  • 5 bis 6 Monate vorher: Kleider auswählen und bestellen, Stoffproben vergleichen
  • 2 bis 3 Monate vorher: Anprobe und Änderungen beim Schneider
  • 2 bis 4 Wochen vorher: letzte Anprobe mit Schuhen und Unterwäsche

Beim Onlinekauf hast du in der Regel 14 Tage Widerrufsrecht ab Erhalt der Ware, wie die Verbraucherzentrale erklärt. Bestell deshalb früh genug, um Farbe und Passform zu prüfen. Achtung bei Maßanfertigungen: Für Ware, die nach individuellen Maßen oder Wünschen gefertigt wird, ist das Widerrufsrecht laut § 312g BGB ausgeschlossen.

Brautjungfern in Brautjungfernkleidern aus Chiffon beim gemeinsamen Getting Ready
Probetragen lohnt sich: Ein Kleid muss auch nach zehn Stunden noch sitzen.

Styling und Details für Brautjungfern

Erst Accessoires machen aus einzelnen Kleidern ein stimmiges Bild. Hier kannst du Einheit schaffen, auch wenn die Kleider unterschiedlich sind.

Sträuße, Schmuck und Schuhe

Kleine Sträuße greifen Blüten aus deinem eigenen Strauß auf. Wie du Form und Blumen wählst, zeigt unser Ratgeber zum Brautstrauß. Beim Schmuck wirkt ein gemeinsames Element verbindend, etwa gleiche Ohrringe oder ein schmales Armband. Bei Schuhen sollte Bequemlichkeit vor Einheitlichkeit gehen: Blockabsatz oder flache Sandalen in einer Farbfamilie reichen völlig.

Kirche, Standesamt und Freie Trauung

Für eine Trauung in der Kirche sind dezente Ausschnitte und bedeckte Schultern eine respektvolle Wahl, auch wenn es keine festen Vorschriften gibt. Ein leichter Schal oder Bolero löst das Problem für die Zeremonie. Mehr zum Ablauf liest du in unserem Beitrag zur kirchlichen Trauung. Bei einer Freien Trauung auf der Wiese sind Blockabsätze und knöchelfreie Säume praktischer.

Haare und Make-up

Ein einheitliches Make-up wirkt auf Fotos ruhig, sollte aber zum Typ passen. Bei den Haaren funktioniert dasselbe Prinzip wie bei Mix & Match: gleiche Richtung, zum Beispiel lockere Hochsteckfrisuren, aber jede Frau nach ihrer Haarlänge. Plant für das Styling am Hochzeitsmorgen genug Zeit ein, gerade wenn eine Person alle frisiert.

Nachhaltige Brautjungfernkleider: leihen, tragen, weitergeben

Ein Kleid, das nur einen einzigen Tag getragen wird, ist teuer und wenig nachhaltig. Immer mehr Bräute denken deshalb von Anfang an mit, was nach der Hochzeit mit den Outfits passiert. Das entlastet auch das Budget deiner Brautjungfern.

Wiedertragbare Modelle wählen

Midi-Kleider in gedeckten Farben, schlichte Wickelkleider oder Jumpsuits lassen sich später auf Geburtstagen, Firmenfeiern oder als Gast auf anderen Hochzeiten tragen. Je weniger auffällige Details wie Schleppen, Pailletten oder sehr spezielle Farbtöne, desto größer die Chance, dass das Kleid nicht im Schrank verschwindet. Frag deine Brautjungfern ruhig direkt, welches Modell sie wieder anziehen würden.

Leihen und Second Hand

Mietplattformen und Second-Hand-Angebote für Abendmode sind eine gute Alternative, gerade bei bodenlangen Roben. Achte beim Leihen auf Versicherung bei Flecken, Reinigungskosten und Rückgabefristen direkt nach dem Wochenende. Plane bei Second-Hand-Kleidern Zeit für Reinigung und Änderungen ein, und prüf vorab, ob mehrere Modelle in ähnlichem Farbton verfügbar sind.

Auf Siegel achten

Wer neu kauft, kann auf Textilsiegel achten. Das staatliche Siegel Grüner Knopf prüft etwa, ob Unternehmen soziale und ökologische Sorgfaltspflichten in ihren Lieferketten einhalten. Bei Abendmode ist die Auswahl an zertifizierten Modellen noch begrenzt, doch einzelne Labels bieten inzwischen Kollektionen aus recycelten Fasern oder zertifizierter Viskose an.

Schwangere Brautjungfern und unterschiedliche Größen

Ist eine deiner Brautjungfern schwanger, plane großzügig. Empire-Schnitte, Wickelkleider und dehnbare Jerseystoffe wachsen mit, und die Bestellung sollte möglichst spät erfolgen, damit das Kleid am Tag passt. Wähle außerdem Modelle, die in einer breiten Größenauswahl erhältlich sind. So muss niemand auf ein anderes Kleid ausweichen, nur weil die eigene Größe fehlt.

Unterm Strich: Die schönsten Brautjungfernkleider entstehen aus einer klaren Vorgabe und genug Freiheit für jede Einzelne. Lege Farbfamilie, Länge und Stoff fest, kläre früh das Budget und lass deinen Brautjungfern beim Schnitt Spielraum. So fühlen sich alle wohl, und das sieht man auf jedem Foto. Wer als Gast und nicht als Brautjungfer eingeladen ist, findet Orientierung in unserem Beitrag zum Outfit für Hochzeitsgäste.

Häufige Fragen zum Thema Brautjungfernkleider

Müssen Brautjungfernkleider alle gleich sein?

Nein, identische Kleider sind heute eher die Ausnahme. Viele Bräute setzen auf Mix & Match, also gleiche Farbe mit verschiedenen Schnitten oder gleiche Schnitte in abgestuften Tönen. Wichtig ist eine klare gemeinsame Klammer, etwa eine Farbfamilie, eine Stoffart oder eine einheitliche Länge, damit die Gruppe auf Fotos stimmig wirkt.

Wer bezahlt die Kleider der Brautjungfern?

Eine feste Regel gibt es in Deutschland nicht. Nach angelsächsischer Tradition zahlen Brautjungfern ihr Kleid selbst. Gibt die Braut ein bestimmtes Modell vor, ist eine Beteiligung fair, etwa ein fester Zuschuss pro Person. Sprecht das Budget offen an, bevor jemand bestellt, damit sich niemand unter Druck gesetzt fühlt.

Wann sollte man Brautjungfernkleider bestellen?

Plane etwa fünf bis sechs Monate vor der Hochzeit für die Bestellung ein. Kleider aus dem Fachhandel haben oft lange Lieferzeiten, danach braucht der Schneider Zeit für Änderungen. Online bestellte Kleider solltest du sofort nach Erhalt prüfen, weil das Widerrufsrecht in der Regel nach 14 Tagen endet.

Welche Farbe sollten Brautjungfern nicht tragen?

Weiß, Ivory und sehr helles Creme sind tabu, weil sie der Braut vorbehalten bleiben. Schwarz ist bei Abendhochzeiten möglich, wirkt im Garten aber oft schwer. Vermeide außerdem eine Farbe, die exakt dem Brautstrauß entspricht, sonst gehen die Blumen auf den Fotos vor den Kleidern verloren.

Wie viele Brautjungfern sind üblich?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Als Erfahrungswert wählen viele Bräute zwei bis vier Brautjungfern, oft einschließlich der Trauzeugin. Entscheidend ist, wer dir wirklich nahesteht und wer die Rolle gern übernimmt. Bedenke, dass jede zusätzliche Person mehr Abstimmung bei Kleidern, Styling und Zeitplan am Hochzeitsmorgen bedeutet.

Über die Autorin / den Autor

Leonie Hartmann

Leonie verantwortet die Brautmode. Sie besucht Ateliers und Anproben und erklärt, welche Schnitte, Stoffe und Accessoires zu welchem Typ und welcher Feier passen – vom Kleid bis zum Anzug.

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