Die ersten Takte setzen ein, die Gäste stehen auf und drehen sich um: Kaum ein Moment der Hochzeit hängt so stark an der Musik wie der Einzug. Doch welche Lieder Trauung, Ringtausch und Auszug wirklich tragen, hängt vom Ort ab. In der Kirche gelten andere Regeln als im Standesamt, und bei der freien Zeremonie habt ihr fast alle Freiheiten. Hier findest du für jeden Moment passende Stücke und erfährst, wie ihr Live-Musik und Playlist sinnvoll plant.
Lieder Trauung: Welche Momente Musik brauchen
Eine Trauung hat feste Wendepunkte, an denen Musik den Übergang leichter macht. Sie überbrückt Wege, lässt Gefühle sacken und gibt den Gästen Zeit. Gleichzeitig sollte die Musik nie mit den gesprochenen Teilen konkurrieren. Weil Lieder Trauung und Erinnerung eng verknüpfen, lohnt es sich, jedes Stück bewusst auszuwählen.
- Einzug: Der emotionalste Moment, oft mit dem bekanntesten Stück.
- Nach der Begrüßung oder der Rede: Ein ruhiges Lied, das Raum zum Nachdenken gibt.
- Ringtausch oder Unterschrift: Leise Musik im Hintergrund, die nicht vom Moment ablenkt.
- Auszug: Fröhlich, schwungvoll, gern zum Mitklatschen.
Die Musik für die Feier am Abend ist ein eigenes Thema. Wie ihr zwischen Band und DJ entscheidet, lest ihr im Ratgeber DJ oder Band für die Hochzeit. Für Eröffnungstanz und Party-Playlist haben wir die passenden Hochzeitslieder zusammengestellt.
Wie viele Lieder braucht eine Trauung?
Für eine standesamtliche oder freie Trauung reichen in der Regel drei bis fünf Stücke, verteilt auf Einzug, Mittelteil, Ringtausch und Auszug. Ein kirchlicher Traugottesdienst braucht mehr Musik, weil Gemeindelieder, Orgelvorspiel und Nachspiel fest zur Liturgie gehören. Plant lieber weniger Stücke und spielt sie ganz aus.
- Einzug: ein Stück, das zur Länge des Weges passt
- Nach der Begrüßung: optional ein kurzes Lied oder Instrumental
- Nach Rede oder Predigt: ein ruhiges Stück zum Durchatmen
- Ringtausch, Unterschrift oder Ritual: leise Hintergrundmusik
- Auszug: ein fröhliches, bekanntes Lied
Rechnet für den Einzug mit 30 Sekunden bis zwei Minuten, je nach Länge des Gangs. Live-Musiker können ein Stück flexibel beenden, bei einer Playlist braucht ihr eine Version mit sauberem Ausklang oder eine Person, die langsam leiser dreht.
Einzugslied: der Moment, auf den alle warten
Das Einzugslied ist für viele Paare die schwierigste Entscheidung. Es soll feierlich sein, zu euch passen und auf den Punkt einsetzen. Wichtig ist auch, wer einzieht: die Braut mit Vater oder Mutter, das Paar gemeinsam oder zuerst die Trauzeugen und Kinder.
Lieder Trauung klassisch: Orgel und Streicher
- Richard Wagner: Brautchor „Treulich geführt“ aus Lohengrin
- Johann Pachelbel: Kanon in D-Dur
- Georg Friedrich Händel: Ankunft der Königin von Saba
- Jeremiah Clarke: Prince of Denmark’s March, oft als Trumpet Voluntary bekannt
- Johann Sebastian Bach: Air aus der Orchestersuite Nr. 3
Lieder Trauung modern: Pop und deutsche Songs
- Christina Perri: A Thousand Years
- Ed Sheeran: Perfect
- Elvis Presley: Can’t Help Falling in Love
- John Legend: All of Me
- Namika: Lieblingsmensch
- Silbermond: Das Beste
Wer zieht zu welchem Stück ein?
Ziehen zuerst Trauzeugen, Blumenkinder oder Ringträger ein, kann ein eigenes, leichteres Stück den Auftakt machen. Für die Braut oder das Paar setzt dann das eigentliche Einzugslied ein. Dieser Wechsel funktioniert live besonders gut, weil die Musiker auf ein Zeichen reagieren. Mit Playlist hilft ein kurzer Übergang, etwa ein ausgeblendeter Schluss und eine Sekunde Stille.
Viele dieser Songs gibt es als Instrumentalversion für Klavier oder Streichquartett. Das ist ein guter Kompromiss, wenn ihr eine bekannte Melodie wollt, aber keinen Gesang beim Einzug. Hört euch das Stück einmal laut im Raum an: Was im Kopfhörer romantisch klingt, wirkt in einer großen Kirche manchmal dünn.

Lieder Trauung in der Kirche: was möglich ist
In der Kirche ist die Trauung ein Gottesdienst. Die Musik gehört deshalb zur Liturgie und wird mit Pfarrerin oder Pfarrer und der Kirchenmusik abgestimmt. Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz beschreibt in ihrer Broschüre zur Trauung, dass eure Wünsche berücksichtigt werden, zusätzliche Musiker aber Kosten verursachen können und früh mit dem Gemeindebüro besprochen werden sollten.
Kirchenlieder für den Traugottesdienst
Gemeindelieder singen alle Gäste gemeinsam. Wählt deshalb Lieder, die viele kennen, oder druckt die Texte im Programmheft ab. Beliebt sind unter anderem:
- Vertraut den neuen Wegen (EG 395)
- Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren (EG 317)
- Komm, Herr, segne uns (EG 170)
- Ich bete an die Macht der Liebe
- Großer Gott, wir loben dich
Popsongs in der Kirche
Weltliche Lieder sind in vielen Gemeinden möglich, aber nicht automatisch. Kirchenmusiker aus Bremen schilderten gegenüber evangelisch.de, dass moderne Stücke nicht grundsätzlich ausgeschlossen sind, manche aber aus theologischen oder musikalischen Gründen nicht passen. Viele Organisten raten außerdem zu Live-Musik statt Musik aus der Konserve. Welche Absprachen beim Traugespräch sonst anstehen, lest ihr im Ratgeber zur kirchlichen Trauung.
Zum Auszug aus der Kirche sind der Hochzeitsmarsch von Felix Mendelssohn Bartholdy aus „Ein Sommernachtstraum“, die Toccata aus der 5. Orgelsinfonie von Charles-Marie Widor oder das Halleluja aus Händels Messias Klassiker. Für Musik in Gottesdiensten gibt es Gesamtverträge zwischen den Kirchen und der GEMA, um Lizenzen müsst ihr euch dort in der Regel nicht selbst kümmern.
Musik im Standesamt: kurz und gut vorbereitet
Die standesamtliche Trauung dauert meist nur 20 bis 30 Minuten. Entsprechend knapp ist der Platz für Musik: Einzug, ein Stück nach der Rede oder zur Unterschrift und der Auszug genügen. Wie der Ablauf im Trauzimmer insgesamt aussieht, zeigt unser Beitrag zum Ablauf der standesamtlichen Trauung.
Lieder Trauung im Standesamt: Technik klären
Fragt bei der Anmeldung, welche Möglichkeiten es vor Ort gibt. Manche Trauzimmer haben eine Anlage für USB-Stick oder Smartphone, andere ein Klavier, und einige Standesämter vermitteln selbst Musik. Das Standesamt München etwa bietet laut seinen Fragen und Antworten zur Eheschließung eine Begleitung am Klavier für 25 Euro an, die bei der Anmeldung gebucht wird.
Weil oft mehrere Trauungen hintereinander stattfinden, ist der Zeitplan eng. Bringt die Musik als fertige Playlist in der richtigen Reihenfolge mit, testet sie vorher auf dem Gerät und benennt eine Person, die sie startet. Live-Musiker sollten vorab klären, wo sie stehen und ob es Strom gibt.
Lieder für die Trauung im Freien: maximale Freiheit
Bei der freien Zeremonie gibt es keine Liturgie und keine festen Zeitfenster. Ihr könnt Popsongs, Filmmusik oder ein Lied aus eurer gemeinsamen Geschichte spielen lassen. Mehr zu Ablauf und Gestaltung findet ihr im Beitrag über die freie Trauung.
Gerade draußen ist Live-Musik oft die bessere Wahl. Ein Lautsprecher klingt im Garten schnell dünn, während eine Sängerin mit Gitarre oder ein Streichduo den Raum füllt. Denkt an Wetterschutz für Instrumente und eine kleine Verstärkung, wenn mehr als 50 bis 60 Gäste kommen.
Plant für Live-Musiker eine Ankunft rund eine Stunde vor Beginn ein, damit Zeit für Aufbau und Soundcheck bleibt. Sprecht mit eurer Rednerin oder eurem Redner ab, an welchen Stellen Musik läuft und wie lang die Stücke sind. So entsteht ein Ablauf, in dem Rede, Ritual und Musik ineinandergreifen, statt sich gegenseitig zu unterbrechen. Hilfreich ist ein gemeinsamer Ablaufplan, den alle Beteiligten vorher bekommen.

Zum Auszug darf es bei der freien Zeremonie gern laut werden. Beliebte Auszugslieder sind „Happy“ von Pharrell Williams, „Signed, Sealed, Delivered“ von Stevie Wonder, „Marry You“ von Bruno Mars oder „Applaus, Applaus“ von den Sportfreunden Stiller. Ein Lied zum Mitklatschen löst die Spannung und leitet direkt in den Sektempfang über.
Lieder Trauung für Ringtausch und Unterschrift
Beim Ringtausch sollen alle Gäste eure Worte hören. Musik läuft hier deshalb leise im Hintergrund oder setzt erst ein, wenn die Ringe angesteckt sind. Gut eignen sich ruhige Instrumentalstücke ohne starken Rhythmus, die sich jederzeit ausblenden lassen. Wie ihr den Moment selbst gestaltet, steht im Beitrag zum Ringtausch, die passende Musik dazu sollte vor allem eines sein: unaufdringlich.
- Ludovico Einaudi: Nuvole Bianche
- Yiruma: River Flows in You
- Franz Schubert: Ave Maria, in der Kirche ein Klassiker
- Leonard Cohen: Hallelujah, gern als Instrumentalversion
- Ed Sheeran: Thinking Out Loud, als Klavierfassung
Bei der standesamtlichen Trauung folgt nach dem Jawort die Unterschrift. Ein Stück von zwei bis drei Minuten passt genau in diese Pause. Ein Lied mit persönlicher Geschichte, etwa der Song von eurem ersten Konzert oder eurer ersten Reise, bekommt hier besonders viel Aufmerksamkeit.
Live-Musik oder Playlist für die Trauung?
Ob ihr Live-Musik bucht oder eine Playlist abspielt, hängt von Budget, Ort und Stimmung ab. Die Preise in der Tabelle sind Erfahrungswerte für die Trauung allein und schwanken je nach Region, Anfahrt und Besetzung deutlich.
| Variante | Wirkung | Kosten (Richtwert) | Passt zu |
|---|---|---|---|
| Orgel | Feierlich, füllt den Raum | oft im Rahmen der Trauung geregelt | Kirche |
| Sängerin oder Sänger mit Begleitung | Persönlich, emotional | ca. 300–900 Euro | Kirche, Standesamt, frei |
| Streichduo oder -quartett | Elegant, klassisch | ca. 500–1.200 Euro | Kirche, Schloss, Garten |
| Playlist über Anlage | Flexibel, Originalaufnahmen | meist nur Technik | Standesamt, frei |
Bucht Live-Musiker früh, an Samstagen in der Saison sind gute Musiker schnell vergeben. Klärt im Vertrag, wie viele Stücke enthalten sind, ob Wunschtitel extra kosten und ob eine Probe vor Ort dazugehört. Gebt den Musikern einen schriftlichen Ablauf mit Zeichen für jeden Einsatz.
Typische Fehler bei der Auswahl
- Text nicht geprüft: Manche Liebeslieder erzählen bei genauem Hinhören von Trennung oder Eifersucht. „Every Breath You Take“ von The Police etwa handelt eher von Kontrolle als von Romantik.
- Zu lang gewählt: Ein Stück von fünf Minuten für einen Weg von 20 Metern endet abrupt oder wird zur Geduldsprobe.
- Nicht im Raum getestet: Lautstärke und Klang wirken vor Ort anders als zu Hause.
- Keine Kopie dabei: Nehmt die Playlist doppelt mit, offline gespeichert, falls es kein Netz gibt.
Prüft zum Schluss, ob eure Lieder Trauung und Feier als Bogen verbinden: feierlich zum Einzug, ruhig in der Mitte, ausgelassen zum Auszug. Dann gelingt auch der Übergang zum Sektempfang wie von selbst.
Häufige Fragen: Lieder Trauung
Wie viele Lieder braucht man für die Trauung?
Für eine standesamtliche oder freie Trauung reichen meist drei bis fünf Stücke: Einzug, ein oder zwei Lieder im Mittelteil, Ringtausch und Auszug. Ein kirchlicher Traugottesdienst hat mehr Raum, dort kommen oft drei bis vier Gemeindelieder sowie Orgelvorspiel und Nachspiel dazu. Weniger Musik ist besser als hektisch gekürzte Stücke.
Welches Lied passt zum Einzug in die Kirche?
Klassiker sind der Brautchor aus Wagners Lohengrin, Pachelbels Kanon, Händels Ankunft der Königin von Saba oder Clarkes Prince of Denmark’s March auf der Orgel. Popsongs sind in vielen Gemeinden möglich, wenn sie zum Gottesdienst passen. Sprecht eure Wünsche frühzeitig mit Pfarrer oder Kirchenmusik ab.
Darf man im Standesamt eigene Musik abspielen?
In vielen Standesämtern ja, oft über eine Anlage vor Ort, per USB-Stick oder mit Live-Musik. Die Regeln unterscheiden sich aber von Trauort zu Trauort, manche Säle haben ein Klavier, andere nur einen Lautsprecher. Fragt bei der Anmeldung nach Technik, Format, Länge und ob Musiker mitkommen dürfen.
Was kostet Live-Musik bei der Trauung?
Als Erfahrungswert verlangen Sängerinnen, Sänger oder kleine Duos für eine Trauung etwa 300 bis 900 Euro, je nach Region, Anfahrt und Besetzung. In der Kirche ist das Orgelspiel häufig im Rahmen der Trauung geregelt, zusätzliche Musiker kosten extra. Holt immer ein schriftliches Angebot mit Proben und Technik ein.
Wer gibt den Musikern das Zeichen zum Einsatz?
Am besten eine feste Person, etwa die Trauzeugin, der Trauzeuge oder die Rednerin. Sie kennt den Ablauf und gibt beim Einzug, nach dem Jawort und zum Auszug ein vereinbartes Zeichen. Bei einer Playlist sollte jemand am Gerät sitzen, der nicht selbst in der ersten Reihe weint.
Über die Autorin / den Autor
Miriam schreibt über Trauungen in allen Formen: Standesamt, Kirche und freie Zeremonie. Sie erklärt Abläufe und Formalitäten verständlich und hilft Paaren, eigene Worte für ihr Eheversprechen zu finden.